Bericht von Cirila

Einsatz im Mai 2013

Liebes Parenas-Team, liebes Ayandena-Team,

nun bin ich schon knapp eine Woche wieder Zuhause, aber in Gedanken doch noch ganz oft bei euch und verfolge gespannt täglich eure Berichte und würde mich am Liebsten gleich wieder in den Flieger zu euch setzen.

Das Projekt war eine wirklich tolle Erfahrung für mich. Es fing bereits mit der Vorbereitung an.
Danke an Tanja, die einem super nett und zuverlässig alle nötigen Infos gab und jederzeit für Fragen einen offenes Ohr hatte. Dadurch konnte man ruhigen Gewissens in den Flieger steigen, ohne Angst zu haben, was einen erwartet.

Bereits die Begrüßung am Flughafen durch Roman und Dani war absolut herzlich und locker und als ob man sich schon lange kannte. Überhaupt hat Roman mit seinen unterhaltsamen Sprüchen oft für Spaß gesorgt und einen manchmal in den Wahnsinn getrieben (ich sage nur Schnipser und Batman :D ) Carmen war immer für einen da und hatte, egal wie viel Stress auch herrschte, immer ein offenes Ohr für einen, hat einen getröstet oder auch kleine Verletzungen immer liebevoll versorgt und man hat sich einfach wie Zuhause gefühlt. Man hat Carmen und Roman angemerkt, wie wichtig es ihnen war, dass wir uns dort wirklich wohl fühlen und das haben wir auch und sind zu einem tollen Team zusammen gewachsen und es haben sich Freundschaften entwickelt und die gemeinsamen Abendessen mit euch waren wirklich klasse!

Vormittags hatten wir alle meist eine feste Aufgabe und jeder hatte seinen Bereich, der gereinigt werden musste, bevor es danach an die „Bauarbeiten“ ging. Da ich Spanisch spreche, war ich zusammen mit Sylvia in der Quarantäne. Jeden Morgen begannen wir mit einem Rundgang und guckten nach jedem einzelnen Hund, wie es ihm geht und ob es Veränderungen gab. Danach reinigten wir die Zwinger, versorgten die Hunde mit Essen, Wasser und ggf. Medizin. In der Qurantäne sitzen die Hunde, die direkt aus der Tötung kommen, um kein Risiko einzugehen, die anderen Hunde mit eventuellen Krankheiten anzustecken. Ich durfte miterleben, wie verstört und
verängstigt viele Hunde aus der Tötung kommen und in der Qurantäne unter Sylvia´s liebevoller Pflege aufblühen.

Anfangs hatten die Hunde teilweise Angst vor mir und schauten mich ängstlich aus großen Augen an oder zuckten erstmal zurück bei der ersten Berührung. Dies zeigte mir deutlich, dass sie bisher keine guten Erfahrungen gemacht hatten und in der Tötung keine freundliche Berührung erfahren hatten. Eine Hündin, deren Welpen vor der Rettung leider in der Tötung umgebracht wurden, weinte den ganzen Tag bitterlich und ich werde nie vergessen,
wie sehr sie sich immer gefreut hat, wenn ich ihren Zwinger betreten habe und sich an mich geschmiegt hat und für jede Berührung dankbar war.

Es ist bewundernswert, wie schnell diese Hunde jedoch wieder Vertrauen schöpfen, sobald sie gemerkt haben, dass ich es gut mit ihnen meinte. Nach anfänglicher Ängstlichkeit hatte ich meistens beim Putzen immer einen fröhlich um mich springenden und um Aufmerksamkeit bettelnden Hund um mich. Also war es keine Seltenheit, dass ich in der einen Hand den Wischmop durch den Zwinger schwang und mit der anderen Hand einen schmusebedürftigen Hund im Arm hielt. Man lernt dort definitiv Multitasking ;)

Einer der schönsten Momente war, als vier Hunde die Quarantäne verlassen durften und ich mit Ivan die Hunde rausbringen konnte. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl zu sehen,wie diese Hunde das erste Mal seit ihrer Rettung aus der Tötung wieder unter Artgenossen kommen und die Sonne, Wiese und den Freilauf genießen. Einige stürmen sofort los, andere tapsen vorsichtig durch die Tür und gucken sich erstmal verwundert um. Aber bei wirklich allen merkt man, dass sie spüren in Sicherheit zu sein.

Als Ivan, Carmen und Bianca aus der Tötung mit den neuen Hunden kamen, war u.a. ein Dobermann dabei, der den Namen Tristan bekommen hat und sehr ängstlich war und dem man die Panik in den Augen deutlich ansehen konnte. Die Hunde aus der Tötung wissen genau, welches Schicksal ihnen bevorsteht und als Tristan im Auto vor das Refugio fuhr und ich ihn an der Leine ins Refugio bringen wollte, sah ich seine panische Angst in den Augen durch diese Tür zu gehen und er sträubte sich und machte sich steif. Wir drückten ihn vorsichtig vorwärts und mit viel Feingefühl und lieben Worten schafften wir es, ihn auf das Gelände zu bringen. Es war wirklich erstaunlich, in dem Moment wo er die anderen fröhlichen, wedelnden Hunde sah und die ganze positive Atmosphäre bemerkte, veränderte sich sein Gesichtsausdruck und aus Angst wurde Unglaube und dann zu einer leichten Hoffnung, dass vielleicht doch alles gut wird und er nicht das traurige Schicksal seiner Freunde in der Tötung erleiden muss.

Leider ging die Zeit viel zu schnell vorbei und ich könnte noch so viel schreiben, aber kurz gesagt, es war ein wunderbares Projekt und ich habe wirklich tolle Menschen kennengelernt und vermisse täglich das ganze Team und die Arbeit. Es war auch so interessant Arbeiten zu erledigen, die man sich Zuhause nie zugetraut hätte. Wir alle haben gelernt Zäune zu ziehen, mit Beton zu arbeiten oder neue Türen einzusetzen. Wann hat man schon die Chance, all das zu lernen?!

Ein ganz großes Lob muss ich an Parenas Pfotenhilfe und Ayandena aussprechen, für ihre Arbeit!
Ich bin schon lange im Tierschutz und habe viel gesehen, aber was mich bei euch so überzeugt hat und wofür ich euch unendlich dankbar bin, ist dass ihr nicht den leichten Weg geht und nur Hunde und Katzen rettet, die jung, schön, leicht vermittelbar und ohne Makel sind. Nein, ihr rettet auch die armen Seelen, die verwundet, halb tot, änsgtlich, als Listenhunde abgestelmpelt, zu alt oder zu jung oder krank sind und es daher doch besonders verdient haben! Ihr scheut euch nicht vor Arbeit, hohen Kosten, Leid und „im Dreck zu wühlen“, um besonders den hoffnungslosen Fällen wieder Hoffnung zu schenken und ich habe in dieser Woche erleben dürfen, wie viele hoffnungslose Fälle wieder zu wunderschönen, fröhlichen und ganz normalen Tieren aufgeblüht sind.


Ich hoffe, viele dieser Tiere finden das Zuhause, was sie so sehr verdienen und Ivan und Sylvia können dadurch weitere Tiere aus der Tötung retten und mit ihrer einmaligen und liebevollen Art wieder aufbauen.

Fühlt euch alle ganz doll gedrückt und ich werde euch auf jeden Fall weiterhin unterstützen, wo ich nur kann!

 

 

Autor: Cirila

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