Bericht von Jasmin & Deniz

Alles begann mit Facebook: Wir wurden auf die Seite von Parena‘s Pfotenhilfe aufmerksam und entschieden uns sofort Mitglieder zu werden. Wir durchstöberten die Webseite und schnell wurde klar: Wir wollen unbedingt mehr als „nur“ Mitglieder dieser tollen Tierschutzorganisation sein und entschieden uns Roman und Carmen vor Ort in Spanien tatkräftig unter die Arme zu greifen. Wir konnten es kaum erwarten in Sevilla anzukommen, wo Roman schon am Flughafen auf uns gewartet- und herzlich in Empfang genommen hatte. Nach einer ca. 20 minütigen Autofahrt sind wir auch schon in Carmona angekommen, wo uns Roman gleich durch das Gelände geführt- und alles gezeigt hatte. Wenige Minuten nach der Ankunft haben wir einen Bruchteil davon selbst miterlebt, was für eine emotionale Achterbahnfahrt Carmen, Roman und die Helfer immer wider durchleben müssen. Gegen die Tränen kämpfend bangten wir ungefähr zwei Stunden lang um das Leben vom Katzenbaby namens George. Leider ging es dem Kleinen trotz Carmen’s Notfalleinsatz mit Erstversorgung von Medikamenten, Wärmelampe und viel Geborgenheit immer noch nicht besser, sodass wir George zusammen mit Roman zum örtlichen Tierarzt gebracht haben. Der kleine Katzenbube blieb über Nacht in der Notfallstation, doch am nächsten Tag haben wir dann die schreckliche Nachricht erhalten: George hat es nicht geschafft. Trotzdem konnte dieser kleine Kerl als grosser Held diese Welt verlassen, denn dank Carmen’s und Roman’s Rettung konnte er von der Tötungsstation geholt werden und durfte die letzten Momente vor dem Ende seines viel zu kurzen Leben’s spüren, was es heisst geliebt zu werden.

Am nächsten Morgen ging es um 7.30 Uhr los. Wir wollten unbedingt loslegen und alle vor Ort unterstützen, obwohl wir zu Beginn noch mit unserer Unsicherheit gekämpft haben, wo wir „einfach machen“ sollen und wo wir auf Anweisungen warten müssen (hat sich aber schnell gelegt – mit gesundem Menschenverstand EINFACH MACHEN!) Dennoch waren wir froh, dass wir für die ersten beiden Tage noch tatkräftige Unterstützung von weiteren zwei Freiwilligen hatten, welche bereits eine Woche auf dem Refugio verbracht haben und sich super auskannten. So wurden wir von den beiden hilfsbereiten Damen eingearbeitet, sodass wir schon am nächsten Tag selbstständig unsere Aufgaben erledigen konnten. Als erstes früh morgens waren die beiden Hundemami’s Nila und Lila an der Reihe: Ein kurzer Spaziergang auf dem Gelände mit den Beiden war immer ein schöner Start in jeden Tag. Es fühlte sich toll an zu sehen wie schnell sich Nila und Lila an uns gewöhnt hatten, denn am Anfang waren die beiden Hundedamen eher zurückhaltend. Doch schon nach kurzer Zeit sind sie komplett aufgeblüht, wollten spielen und schmusen. Nach dem morgendlichen Spaziergang durften wir die „Spiel- und Relaxzonen“ für die über 107 Hunde kontrollieren (Sonnenschirme aufspannen, Kontrolle ob genügend Wasser und Futter vorhanden sind, Bettchen mit Decken ausgestattet etc.). Danach wurden die Hunde in Gruppen in die 7 Aussengehege gelassen. Es war jeden Morgen ein überwältigendes Gefühl eine solch freudige Begrüssung der vierbeinigen Engel zu erleben!

Sobald die Fellnasen sicher in ihren Gruppengehegen waren, war unsere nächste Aufgabe die Stubentiger zu besuchen. Das Katzenzimmer wurde jeden Morgen gesäubert, Wasser und Futter aufgefüllt und natürlich wurde auch ordentlich geschmust und gespielt. Das gehört einfach dazu, wenn man sich um die kleinen und grossen „Racker“ kümmert und es sind definitiv die schönsten Momente und Aufgaben. Leider begann aber einer der Morgen nicht so toll als wir das Katzenzimmer betreten haben. Wir öffneten die Tür und was wir dann gesehen haben, brach uns das Herz: Elli’s Seele hatte uns verlassen. Elli, eine wunderhübsche schwarz-weisse Katzendame, welche körperlich völlig gesund war, doch aufgrund eines gebrochenen Herzens und vieler seelischer Wunden keinen Lebenswillen mehr hatte. Doch lange Zeit zum Trauern und Verarbeiten des Schocks gibt es im Refugio nicht, denn es warten jegliche andere Tiere (über ca.107 Hunde und 45 Katzen). Diese benötigten noch jegliche Unterstützung und wir wussten, dass Elli nun an einem besseren Ort mit viel Geborgenheit und Liebe ist und wir nichts mehr für sie tun können was ihr noch helfen würde.

Eines der schönen und ebenfalls eindrucksvollsten Ereignisse war, als 7 Welpen (aus der Tötungsstation gerettet) das erste Mal aus der Karantäne geholt wurden und wir diese erst einmal gründlich waschen und abtrocknen durften. Diesen Moment, als wir die Kleinen raustragen durften, werden wir nie vergessen: Das erste Mal die Sonne sehen, die Wärme auf dem eigenen Fell spüren. Das erste Mal Natur riechen und Sand und Steine unter den Pfoten haben. Nur dank Carmen‘s und Roman‘s Rettung und fürsorglicher Pflege haben auch diese Engel eine Zweitchance bekommen. Die tiefe Dankbarkeit aller Tiere zu spüren, dafür dass wir ein bisschen Liebe gegeben haben, war einfach ein unglaubliches Gefühl. Wie muss es sich wohl an Carmen’s und Roman’s Stelle anfühlen, mit dem Wissen, schon so vielen Wesen das Leben gerettet- und an ein wunderschönes zu Hause vermittelt zu haben? Die Tiere schenkten uns so viel Vertrauen obwohl sozusagen alle Fellnasen sehr schlechte Erfahrungen mit Menschen machen mussten. Doch keiner der Pareaner-Engel ist auch nur annähernd „aggressiv“. Die Helfenden vor Ort gehen mit so viel Herzblut an ihre Arbeit, sodass man merkt wie die Liebe an die Tiere weitergegeben wird. Die Schützlinge des Refugio‘s sind sehr gut sozialisiert und stehen immer an erster Stelle, alles andere kann und muss warten -selbst Hunger und Durst gehen vergessen weil man nur helfen möchte. Carmen, Roman und auch die spanischen Helfer vor Ort gehen jede Minute und Sekunde mit vollem Einsatz und Herzblut ihrer Bestimmung nach. Sie sind die wahren Helden in dieser Welt, denn sie stehen jeden Morgen auf um gegen die Grausamkeit in dieser Welt zu kämpfen.

Wir möchten uns bei Carmen und Roman, wie auch bei allen Helfer für die wundervolle Zeit bedanken. Wir sind froh und glücklich, dass wir diese Erfahrung machen durften und werden von unserer Seite nun definitiv erst recht mit euch kämpfen für ein besseres, ein richtiges und gerechtes Leben für alle Vierbeiner auf dieser Welt. Wir haben schon einige Ideen, wie wir der Menschheit mehr über eure wundervolle Arbeit erzählen können.

 

 

Autoren: Jasmin & Deniz

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