Bericht von Ramona
Einsatz vom 07. – 11. Februar 2015
Tag 1
Nachdem ich das erste Mal alleine geflogen bin, und sich meine Nervosität gelegt hat, kam ich um 13.20 Uhr am Flughafen in Sevilla Spanien an. Roman erwartete mich schon. Die Begrüssung war sehr herzlich. Das Refugio liegt eine 20 minütige Autofahrt von Sevilla entfernt in Carmona.
Dort angekommen wurde mir direkt richtig warm ums Herz, als ich die vielen Hunde sah und sie wieder erkannte von den Fotos. Es war wundervoll zu sehen wie gut es den Hunden dort geht und wie viel Platz sie haben. Roman führte mich durch das ganze Refugio und stellte mich den spanischen Helfern vor. Es war wundervoll was sie alles geschaffen haben in der kurzen Zeit, wenn man bedenkt dass es vorher eine Bruchbude war und jetzt so etwas Schönes Heimeliges zu sehen.
Danach durfte ich die Hausgruppe kennenlernen. Ich erkannte sie alle direkt wieder: Sami, Umea, oder auch Dagobert der mir direkt in die Augen stach und ich sehr mit meinen Gefühlen kämpfte.
Als ich alles gesehen und mein Zimmer bezogen hatte, war es Zeit die 81 Hunde in ihre Boxen zu bringen. Jeder hatte seine Box und ein Teil durfte sogar noch ins Haus über Nacht. Das waren vor allem die drei Hunde von Roman und Carmen selbst und noch ein paar andere Schlitzohren. In die Boxen, die ca. 9m² sind, kamen immer 2-5 Hunde die sich gut unter einander verstanden. Es war für mich das erste Mal sehr anstrengend, denn ich kannte die Hunde noch nicht. Danach lernte ich die Klinik noch kennen. Dort waren die 3 Katzen Momo, Lilly und Leon und die Hunde Tilia die kastriert wurde und Kamran, dem das Hinterbein amputiert werden musste. Wir bereiteten die Medikamente für die Hunde vor, welche Verletzungen haben, Kastrationen hinter sich oder Leishmaniose hatten. Kamran und Tilia wurden nochmals ausgeführt und konnten ihr Geschäft verrichten. Ich war so fasziniert wie fit Kamran war trotz seinen “ nur“ drei Beinen. Der Kontrolldurchgang durfte auch nicht fehlen.
Als alles erledigt war ging ich kurz unter die Dusche, danach gab es ein sehr feines Abendessen, einen spanischen Eintopf der Carmen vorbereitet hat mit Fischknusperli und Salat.
Dagobert, der süsse Mann, war sehr auf mich fixiert. Darum sass er den ganzen Abend auf meinem Schoss. Er durfte dann auch bei mir schlafen. Es war ein spannender und toller Tag.
Tag 2
Um 07.15 Uhr wurde ich von tollen, feuchten Küsschen von Dagobert geweckt. Ich ass kurz ein kleines Frühstück und los ging der Tag. Galgorüde Kamran wurde von mir ausgeführt, ein kleiner Sprint für ihn kein Problem. Tilia durfte wieder in ihre Gruppe, da die Wunde der Operation gut verheilt ist. In der Gruppe traf ich auf Stevie, im ersten Moment war ich ein klein wenig unsicher, denn es sahen mich keine Hundeaugen an, denn dem kleinen wurden die Augen raus operiert. Aber er meistert sein Leben super toll und als ich ihn rief, sprang er direkt auf mich zu uns suchte einfach den Körperkontakt. Ich denke dass er sich so orientiert. Ich war begeistert und überwältigt, ein paar Tränen mussten aus den Augen raus. Alle Hunde bekamen wieder ihre Medikamente. Danach reinigte ich das Klinikzimmer mit einem hoch desinfizierenden Mittel.
Unsere süsse “Duck Familie“, drei kleine Chihuahua- Mix Welpen, durften vom Wohnzimmer in eine tolle grosse Welpen Box umziehen. Als ich dort am Einrichten war, rief mich plötzlich Roman in die Klinik, er stand da mit Uras und der Tisch war voller Bluttropfen. Ohne zu zögern packte ich den Kleinen und gab ihm viel Nähe und Sicherheit. Er wurde von einem anderen Hund ins Ohr gebissen. Er stand unter Schock, doch mit zu reden und reinigen der Wunde war alles wieder gut. Er blieb über Nacht in der Klinik. Unsere Nachmittagsbeschäftigung war das Sortieren des Wäschegestells. Wir hatten trotz der eigentlich “doofen“ Aufgabe sehr viel Spaß. Um ca. 16.00 Uhr war es wieder Zeit, das die Hunde zurück in die Halle kamen. Wir verteilten dann noch die Medikamente. Danach kam die Hausgruppe wieder dran; es wurde gekuschelt und ich bekam wieder ein sehr feines Abendessen. Es war ein sehr ansträngender Tag, darum fiel ich um 21.00 Uhr ins Bett und schlief nach einer Kuschelrunde mit Dagobert im Arm ein.
Tag 3
Arbeitsbeginn war wie immer um 08.00 Uhr. Heute stand ein Tierarztbesuch an. Ich holte Venus (eine Pointer Junghündin) aus ihrer Box, bevor sie die freiwilligen spanischen Helfer raus lassen konnten. Venus musste kastriert werden, da sie am 20.02.15 in ihr neues zu Hause reisen darf. Leider ist es eben in Spanien so, dass kein Tier - egal wie alt es ist - nicht unkastriert ausreisen darf. Ich finde dies sehr schlimm. Momo, unser süsser junger roter Tiger nahmen wir auch mit, denn er hatte immer ein mit Flüssigkeit gefülltes Säckchen unten am Kinn und das war wieder gewachsen. Eine solche Tierarztpraxis sah ich noch nie, so wenig Platz für die Hunde, es hatte nur vier kleine Boxen. Wir liessen unsere zwei Schützlinge dort und gingen einkaufen. Das geht aber auch nicht so schnell, denn da fährt man eine zeitlang und das Geschäft war wie eine Lagerhalle mit Meter hohen Gestellen. Ich bräuchte sicher eine Ewigkeit bis ich mich zurecht finden würde.
Am Nachmittag bewegte ich Chico einen Mastinmixrüden, der vor längerer Zeit eine Beinoperation hatte. Mit Quirina spielte ich noch ein wenig mit dem Ball, denn sie liebt es und kommt natürlich nicht dazu in der Anlage. Der Tag vergeht so schnell und es war schon wieder Zeit die Hunde rein zu bringen. Danach gingen wir mit der Hausgruppe in den Auslauf und spielten mit ihnen. Sami der mich immer wieder fasziniert, spielte mit als wäre nichts. Doch Sami hat ein Handicap und zwar ist er von der Hüfte her abwärts “gelähmt“ er hat zwar Gefühle aber kann die Beine nicht steuern und kann sie nicht halten. Doch für Sami ist das kein Thema! Der Kleine ist so voller Lebensfreude und Energie. Danach gab es wieder was Feines zu essen und ich kuschelte noch mit allen Hunden auf dem kleinen Sofa. Die Tage vergehen so schnell das ist kaum zu fassen. Man hat so viel zu erledigen und es wird einem nie langweilig.
Tag 4
Heute war der letzte ganze Tag für mich im Refugio in Spanien, darum war ich auch ein wenig traurig. Der Tag begann wie immer gleich und wir erledigten die alltäglichen Morgenarbeiten. Ich machte für Venus die heute zurück kam eine Box in unserer Klinik bereit. Roman holte drei Transportboxen für die Katzen. Aslan musste gechipt werden, Leon wurde ein Auge entfernt es durch einen Unfall verletzt war und sich entzündet hatte. Dann kam noch Lilly mit, die wahrscheinlich einen Sturz oder einen Schlag auf den Kopf bekam und ihn darum immer sehr schief hält und die bis jetzt gegebenen Medikamente nichts halfen.
Roman bekam dann plötzlich ein Foto von einem schwarz-weissen Hund mit Sarna (Bodeguero Rüde mit Räude). Wir machten uns auf dem Weg und suchten das Sichtungsgebiet grossräumig ab, aber leider ohne Erfolg.
Zurück im Refugio packten wir die Katzen und fuhren zum Tierarzt. Dort wurde Aslan gerade gechipt und wir durften Venus und Momo wieder nach Hause nehmen. Momo hatte eine klare Flüssigkeit in diesem Säckchen aber keine Entzündung oder bösartiges. Danach gingen wir nochmals einkaufen.
Im Refugio wieder angekommen, die gosse Überraschung: überall lagen Leinsamen von einem Wärmekissen. Vielen lieben dank Arielle und Freundin :(
Nach der nicht geplanten Putz Einlage war auch schon wieder Zeit, die Hunde in die Halle zu bringen. Ich widmete mich einzeln um die Hunde aus dem Messi Haus und übte mit ihnen ein wenig Vertrauen zu fassen und Leinen laufen.
Um 20.00 Uhr durften wir dann Lilly abholen. Leider ist aber nicht klar warum sie den Kopf so schief hält.
Roman musste um 23.00 Uhr noch eine weitere freiwillige Helferin vom Flughafen abholen.Ich ging aber ins Bett und lernte sie erst am nächsten Morgen kennen. Es war die letzte Nacht mit meinem Liebling Dagobert.
Tag 5
Ich stand an meinem letzten Tag um 07.30 Uhr auf kuschelte aber noch ein wenig mit Dagobert. Danach packte ich meinen Koffer und stellte ihn bereit. Ich half Roman und Sabine, der neuen Helferin, noch bei der Medikamentenrunde und reinigte die Klinik. Danach nahm ich mir die Zeit und verabschiedete mich von allen. Den süssen kleinen vom Früchtchen Wurf. Auch Momo bekam noch seine Streicheleinheiten und natürlich die ganze Haustruppe. Es fiel mir sehr schwer, denn die Tiere wachsen einem sehr schnell ans Herz und auch mit Roman hatte ich eine super Zeit. Und natürlich auch, wenn ich denke dass ich die Kleinen jetzt eine zeitlang wieder nur auf Bilder sehen werde. Um 10.00 Uhr fuhren wir los Richtung Flughafen. Der Abschied fiel mir schwer. Um 11.20 ging dann mein Flug.
Es war eine sehr lehrreiche und interessante Zeit in Spanien. Ich habe vieles im Umgang mit Hunden und Katzen dazu gelernt. Ich konnte mich selbst davon überzeugen, dass Hunde egal mit welchem Handicap sehr gut leben können. Ob Blind, dreibeinig oder sogar “gelähmt“, sie finden sich sehr gut damit ab und machen das Beste draus. Ich werde sicher wieder einmal nach Spanien ins Refugio gehen.
Autor: Ramona